PFERDE-NEWS

Isabell Werth und der Doping-Vorfall

24.06.09

Vom Glanzstück zum Problemfall: Die Doping-Affären und Enthüllungen im Reitsport haben mit der positiven A-Probe bei Isabell Werths Pferd Whisper eine neue Dimension erreicht. Die Dressur-Reiterin bedauert den Vorfall "zutiefst", bei dem das Arzneimittel Fluphenazin in ihrem Pferd gefunden wurde. "Es gibt für Pferde in Deutschland kein Arzneimittel, in dem Fluphenazin enthalten ist", sagte Professor Manfred Kietzmann, Pharmakologe der Tierärztlichen Hochschule Hannover, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur dpa. "Wenn man es hier als Medizin verwendet, ist das illegal, und wenn man es als Doping verwendet sowieso", ergänzte der Wissenschaftler. 

Der Verband suspendierte Werth vorläufig. Sollten sich die Vorwürfe bekräftigen und auch die zweite Probe positiv ausfallen, droht der Reiterrin eine Sperre von bis zu zwei Jahren.

 

"Ich bin mir bewusst, dass ich zu Zweifeln an der Redlichkeit und Sauberkeit meiner Person und unseres Sports Anlass gegeben habe. Ich entschuldige mich auf diesem Wege bei allen, die dem Reitsport und mir verbunden sind", sagte Werth in ihrer heute veröffentlichten schriftlichen Stellungnahme. 

Sie habe sich vor Verabreichen des Mittels bei ihrem Tierarzt erkundigt, ob und wie man dieses Shivering Syndrom behandeln könne. In der Erklärung heißt es dazu: "Wir haben Whisper daraufhin am 16. Mai 2009 einmalig mit diesem Medikament behandelt, um herauszufinden, ob er auf dieses Medikament anspricht."

 

Sie sei die gesamte Behandlungszeit über überzeugt gewesen, "korrekt gehandelt zu haben" und sie wünsche sich, "dass das Reglement möglichst rasch so überarbeitet wird, dass sinnvolle medizinische Behandlungen bei Sportpferden möglich werden, ohne dass man deswegen lange Sperren riskiert, weil sich die Absetzzeiten wegen laufend neuer Analysemethoden ständig verändern und im doppelten Sinn des Wortes unberechenbar werden."

 

Pferd reißt Torwart einen Daumen ab

22.06.09

Der Fußball-Torwart vom MSV Duisburg muss nach dem Unfall mit einem Pferd um seine Karriere bangen. Wie ein Sprecher des Fußballvereins bestätigte, ist der 35 Jahre alte Sven Beuckert an der Hand operiert worden.

Als Beuckert auf einem Reiterhof in Hünxe eines seiner Pferde am Zügel geführt habe, sei das Tier derart durchgegangen, dass die Schlinge dem Torwart den Daumen abgerissen habe. In einer Notoperation in einem Duisburger Krankenhaus sei der Finger wieder angenäht worden, über den Heilungsverlauf gibt es noch keine Auskunft. Beuckert muss drei bis vier Wochen einen Gips tragen.

Schon vor dem Unfall stand jedoch fest, dass der Ende Juni auslaufende Vertrag von Beuckert beim MSV nicht verlängert werden soll. Einen neuen Verein hat der frühere Berliner, der sechs Bundesligaspiele für den MSV bestritten hat, noch nicht gefunden. «Ich habe das zuerst gar nicht realisiert, spürte nur einen kurzen stechenden Schmerz. Als ich auf meine Hand schaute, wollte ich nicht glauben, was ich da sah», sagte Beuckert gegenüber Bild.de zu seinem Unfall.